Tipps zur Bewässerung - Gartenblick

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Tipps zur Bewässerung

Durchdachte Bewässerungssysteme erleichtern die Gartenarbeit! Dabei muss es sich nicht immer um ein vollautomatisches teures Beregnungssystem handeln. Mit vielen Tipps und Tricks kann man sich mit wenig Geld viel Gießarbeit ersparen.
Die Bodenart ihres Gartens und der Wasserbedarf der einzelnen Pflanzen entscheiden über das Ausmaß der Bewässerungsmaßnahmen. Sie sollten deshalb zunächst eine Bodenuntersuchung durchführen lassen. Lehmboden ist zwar schwer zu bearbeiten, speichert das Wasser aber im Gegensatz zum Sandboden gut. Um ständiges Gießen bei Sandboden zu vermeiden, empfiehlt es sich möglichst Pflanzen mit geringem Wasserbedarf zu setzen. Doch selbst bei günstigsten Bedingungen und genügsamen Pflanzen werden Sie hin und wieder ihre Pflanzen gießen müssen.
Die einfachste und günstigste Möglichkeit Wasser für trockene Zeiten bereitzustellen, ist nach wie vor die Regenzisterne oder -tonne. Nutzen Sie das Regenwasser, das den Pflanzen ohnehin besser bekommt und schonen Sie Ihren Geldbeutel.
Wäre es nicht schön, wenn man sich das lästige Gießen der Beete sparen könnte? Wir haben deshalb unseren Garten „vernetzt“ und verschiedene Bewässerungssysteme miteinander verknüpft. Wir stellen Ihnen die einzelnen Möglichkeiten vor, die wir kostengünstig verwirklicht haben.
bedarfsgerechte Bewässerung von Balkonpflanzen
Halbautomatisches Bewässerungssystem für Balkon und Terrasse
Gerade Balkonkästen und Töpfe trocknen bei heißen Temperaturen schnell aus und die Pflanzen müssen bei Hitze manchmal sogar 2 Mal täglich gegossen werden. Ein halbautomatisches Bewässerungssystem erleichtert die Gießarbeit und übernimmt diese auch bei Kurzurlauben.
Eine Regentonne hat den Vorteil, dass das Wasser wohltemperiert zu den Pflanzen gelangt. Wer vom Garten einen festen Schlauchanschluss schafft, kann auch die Tonne einfach und ohne Mühe befüllen. Mit Zeitschaltuhr, einer Pumpe, und einem Tropfsystem mit Quellhölzern werden so die Pflanzen bedarfsgerecht und zuverlässig mit der benötigten Wassermenge versorgt. Es muss zwar am Anfang und dann noch einmal nach der ersten Wachstumsphase etwas an den Reglern nachjustiert werden, aber bis zum Urlaub klappt dies meist problemlos. So dass die Urlaubsvertretung immer nur dafür sorgen muss, dass die Tonne ausreichend mit Wasser aufgefüllt ist.
Tomatenhaus mit automatischer Bewässerung
Tropfer mit Tonkegel
Selbständige Bewässerungsmethode mit Wasser aus Regentonne
Völlig automatisiert sollte die Bewässerung des überdachten Tomaten- oder Gurkenbeetes werden. Dazu haben wir eine Regentonne an das Fallrohr der Garage angeschlossen. Die Regentonne hat zwei Anschlüsse, einen oben für den Zulauf und einen unten für den Ablauf bzw. für die Bewässerung des Beetes. Diese Anschlüsse wurden jeweils mit Filter versehen, so dass möglichst keine festen Bestandteile in Tonne oder Bewässerungsschläuche gelangen. Ist die Tonne im Winter verschlossen oder die Tonne voll, wird das Wasser weiter in ein Sickerrohr geleitet, das unterirdisch entlang des Beetes in den Garten führt.
Der untere Tonnenanschluss wurde mit einem Schlauch, einen Absperrhahn und einem Zwischenstück versehen. Daran wurde der Schlauch mit dem Bewässerungs-System von Blumat verbunden. Das Blumat-Bewässerungssystem hatte sich im Gewächshaus seit Jahren gut bewährt. Das Blumat-Bewässerungssystem mit Tonkegel arbeitet ohne Strom. Über die leicht erhöht gestellte Regentonne ist genügend Druck vorhanden um auch noch das anschließende Kräuterbeet mit Wasser zu versorgen. Seit über einen Monat wird ausschließlich über dieses System bewässert. Den Wasserstand in der Tonne sollte man aber trotzdem im Blick haben und bei längeren Trockenperioden ggf. die Tonne mit dem Gartenschlauch auffüllen.

Bewässerung – Dochtwirkung nutzen
Gurken und Melonen benötigen sehr viel Wasser, vor allem, wenn diese in einem Pflanzgefäß stehen. Um nicht mehrmals am Tag die Pflanzen gießen zu müssen, kann man einen kleinen Trick anwenden. Zerschneiden Sie einen gut saugenden Putzlappen so, dass ein langer breiter Streifen entsteht. Stellen Sie eine Gießkanne leicht erhöht neben den Topf oder stellen Sie diese neben den Pflanzen auf den Boden. Dann durchfeuchten Sie den Lappen und hängen Sie ein Ende in die Gießkanne, das andere Ende legen Sie auf die Pflanzerde. Durch den Kapillareffekt wird das Wasser so an die Pflanze transportiert. Wenn Sie diese Methode bei Topfpflanzen anwenden, müssen Sie unbedingt auf einen guten Wasserabzug achten, damit keine Staunässe entstehen kann.

Erleichterung beim Gießen der Kübelpflanzen
Wer viele Kübelpflanzen hat, der ist sehr mit Gießen beschäftigt. Um diese Arbeit auf ein Minimum zu reduzieren, empfiehlt es sich die Pflanzen über ein Tropfsystem zu bewässern. Dazu wird ein etwas größerer Behälter, z.B. ein großer Blumentopf ohne Abzugsloch benötigt. Im unteren seitlichen Rand bohren Sie ein Loch für einen Zuleitungsschlauch, befestigen diesen und dichten die Stelle am besten mit Silikon ab. Für das Tropfsystem gibt es verschiedene Regler. Wir haben Regler mit Quellhölzer und welche mit Tonkegel. Bei beiden ist es möglich die Regler so einzustellen, dass nur so viel Wasser abgegeben, wie von den Pflanzen benötigt wird. . Den Wasserspeicher etwas erhöht aufstellen und die einzelnen Gefäße mit Reglern bestücken. Diese Methode erspart Gießarbeit, weil der große Blumentopf je nach Größe und Anzahl der Pflanzen nur alle 2-3 Tage gefüllt werden muss. Dies bedeutet auch für die Pflanzen weniger Stress, da die Pflanzen immer gleichmäßig mit temperiertem Wasser bewässert werden.
Wassertonne zur Bewässerung von Kübelpflanzen
Wer eine ganze Kübelpflanzenecke für ca. eine Woche versorgen möchte, kann eine größere Wassertonne wählen. Leicht erhöht und durch den starken Druck der gefüllten Tonne läuft das Wasser automatisch durch die Schläuche an die Kübelpflanzen. Regler mit Quellhölzchen steuern die Wassermenge. So wird bedarfsgerecht gegossen und kein Wasser verschwendet. Während man mit dem Schlauch einmal wöchentlich die Tonne auffüllt, kann man die Zeit in der Zwischenzeit zur Pflanzenpflege, z.B. ausputzen nutzen.
Die Tonne im Hintergrund ist hinter den großen Kübelpflanzen kaum noch zu sehen.


Wassertonne im Frühjahr
So sieht die Kübelpflanzenecke im Frühjahr aus.
Regentonne mit Anschluss an ein Tropfsystem
Leicht erhöht und durch den starken Druck der gefüllten Tonne läuft das Wasser automatisch durch die Schläuche an die Kübelpflanzen.
Regler der Tropfbewässerung
Diese Quellhölzchen steuern die Wassergabe. Ist die Erde nass, wird die Wasserzufuhr gestoppt.
Wasserspeicher mit Anschluss an Bewässerungssystem
Hohe Kunststofftöpfe ohne Abzugsloch eignen sich ideal als kleine Wasserspeicher.
Ein kleiner Reihenhausgarten kann schnell und bequem mit Schlauch und Viereckregner bewässert werden. Bei einem größeren Areal kann die alltägliche Gießarbeit im Hochsommer jedoch schnell zur Last werden. Doch diese Arbeit lässt sich durch gute Planung und Installation eines Bewässerungssystems sehr vereinfachen. Ob eine vollautomatische Bewässerung mit Makrotropfschläuchen und Bewässerungscomputer für den gesamten Garten oder eine einfache Bewässerung mit Sprüh- oder Tropfschläuchen, oder Kapillarbewässerung für die Terrasse oder Balkon in Frage kommt muss jeder individuell nach dem vorhandenen Etat oder/und den Ansprüchen entscheiden. Es ist aber auch möglich eine Kombination der oben genannten Möglichkeiten in Betracht zu ziehen. Wir möchten Ihnen daher eine preisgünstige Alternative zu teuren vollautomatischen Bewässerungssystemen zeigen. Als Basis ist ein unterirdisches Wassernetz notwendig, mit dem alle wichtigen Teile des Gartens erschlossen werden. Das Wassernetz besteht aus Kunststoffrohren, die ca. 20-30 cm unter der Erde verlegt werden, und in die Wasserschläuche eingelegt werden. Dieses Wassernetz, welches hauptsächlich unter Grasflächen und Wegen verläuft, wird an eine Wasserquelle (Wasserleitung oder Wasserzisterne mit Pumpe) angeschlossen und jeder Teil des Gartens mit einem Wasseranschluss mit Absperrhahn versehen. So können verschiedene Bewässerungssysteme angeschlossen werden. Das Wassernetz und die einzelnen Bewässerungssysteme werden durch Verteiler miteinander verbunden. Diese Verteiler mit Absperrhähnen können im Garten unter Steinplatten verdeckt werden.
Unterschiedliche Bewässerungssysteme für einzelne Gartenbereiche:
  • Rasen: Hier wird unter der Rasenfläche ein weiteres Wassernetz geschaffen und so viele versenkbare Sprühregner eingebaut, dass die gesamte Rasenfläche mit diesen bewässert werden kann. Durch Wasserdruck werden diese Sprühregner auf eine Höhe von 20 cm herausgefahren und verschwinden nach Abstellen des Wassers wieder im Boden, so dass problemlos mit dem Rasenmäher darüber hinweggefahren werden kann.
  • Hecke und Staudengarten: Für die Hecke eignet sich ein sogenannter Tropf- oder Perlschlauch oder ein Sprühschlauch, der umgedreht unter die Hecke gelegt wird sehr gut. Dieser muss auch im Winter nicht entfernt werden. Im Staudengarten sind Perl-, Tropf- oder umgedreht verlegte Sprühschläuche ebenfalls eine gute und preisgünstige Bewässerungsmethode. Übrigens, auch wenn Sie kein Wassernetz haben, können Sie die Schläuche verlegen und diese dann je nach Bedarf an Gartenschläuche koppeln. Durch diese Bewässerungsmethode sparen Sie zum Vergleich mit dem Gießen per Hand ein Vielfaches an Wasser und Zeit. Im Staudengarten empfiehlt es sich jedoch im Spätherbst die Schläuche zu entfernen und diese im Frühjahr nach der ersten Bodenbearbeitung und dem Austrieb der Stauden wieder auszulegen.
  • Gemüsegarten: Zur Bewässerung eignen sich am besten versenkbare Sprühregner (hier die Variante wählen, die 40 cm ausfährt), die am Beetrand eingebaut werden. Hier sollten Sie darauf achten, dass sämtliche Leitungen unter den Wegen verlegt und die Sprühregner ebenfalls auf den Wegen oder am Beetrand vorgesehen werden, so dass diese Arbeiten am Gemüsebeet nicht behindern.
  • Frühbeet, Hochbeet und Gewächshaus: Für kleinere Frühbeete lohnt oft der Aufwand eines zusätzlichen Bewässerungssystems nicht, da die Frühbeete im Sommer ohnehin geöffnet werden und dann auch von den Sprühregnern mitbewässert werden können. Größere Früh- und Hochbeete, die mit Salat, Tomaten oder auch Gurken bepflanzt können aber auch ganz gut mit Tropf-, Makrotropf- oder Perlschläuchen bewässert werden.Da im Gewächshaus meist Pflanzen kultiviert werden, die möglichst mit warmen Wasser versorgt werden wollen, bietet sich noch eine weitere Variante an. Dazu wird eine Regentonne auf ein Steinpodest gestellt. Nun kann die Regentonne entweder mit einem Absperrhahn versehen werden, an den Makrotropfschläuche angeschlossen werden. Wir hatten für unser Tomatenhaus eine günstigere Variante gewählt: Von der Tonne wird das Wasser in einen Eimer geleitet, in dem rechts und links je ein Drainagerohr angebracht wurde. Diese Rohre wurden mit Gefälle in die Erde gelegt und die Enden wurden verschlossen. Am Abend wird der Absperrhahn geöffnet und durch die kleinen Schlitze im Rohr kommt das Wasser direkt an die Wurzeln. Nach einigen Minuten wird der Absperrhahn wieder verschlossen und erneut aufgefüllt. Bis zum nächsten Abend hat sich das Wasser wieder erwärmt und die Tomatenpflanzen wieder mit temperiertem Wasser versorgt werden. Im Frühjahr, wenn im Gewächshaus zunächst Aussaaten erfolgen oder Pflanzen mit kurzen Wurzeln gesetzt werden, muss allerdings mit der Gießkanne gegossen werden.
  • Balkon, Terrasse, Kübelpflanzen: Auch diese mögen am liebsten temperiertes Wasser und daher ist das Gießen mit Wasser aus der Regentonne sicherlich die beste Möglichkeit. Wer allerdings öfters mal verreisen möchte oder sich die das Gießen per Hand erleichtern möchte, sollte sich ebenfalls über ein zumindest “halbautomatisches Bewässerungssystem” Gedanken machen. So kann vom Garten ein Schlauch auf den Balkon hochgelegt werden, mit dem eine kleine Regentonne befüllt wird. Von dieser erfolgt dann die Bewässerung der Kästen mittels einer Pumpe und einem Tropfsystem, z.B. Beta-8.
Wann muss man im Sommer den Garten gießen?
Frauenmantel mit Wassertropfen
Regnet es wöchentlich mehr als 15 l/m² ist ein zusätzliches Gießen nicht notwendig. Ein Regenmesser hilft die Menge einzuschätzen. Wird diese Menge nicht erreicht, muss man zusätzlich gießen. Wie oft und wie viel ist hauptsächlich von der Bodenart abhängig. Pflanzen in sandigen Böden sollten alle 3-4 Tage zusätzlich bewässert werden. Lehmboden kann Wasser besser speichern, daher reicht es, wenn man ein Mal wöchentlich, dafür aber ca. 20 l pro qm zuführt.
Übrigens 1 l/m² reicht für die Durchfeuchtung von 1 cm Boden. Da die Wurzeln der meisten Gemüsepflanzen und Stauden aber in einer Tiefe von ca. 10-30 cm liegen sind pro Wassergabe mindestens 10 – 20 l nötig. Für frisch angesäte oder angepflanzte Beete gelten diese Richtwerte natürlich nicht. Hier ist je nach Bodentyp, Witterung und Pflanzen ein häufigeres Gießen notwendig.
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