Schnecken - Gartenblick

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Schnecken

Jedes Jahr das Gleiche: Mitte Mai säen Hobbygärtner Blumen, Gemüse und Salat an oder setzen Jungpflanzen in den Garten. Doch über Nacht ist der Traum von prächtigen Pflanzen dahin, weggefressen von einem Heer brauner Schnecken.
Hier einige Tipps für den Kampf gegen Schnecken
Richtige Pflanzenauswahl im Ziergarten
Die einfachste Möglichkeit den Kampf gegen Schnecken zu gewinnen, ist die richtige Bepflanzung. Verzichten sie auf schneckengefährdende Pflanzen und erfreuen Sie sich an Pflanzen, welche Schnecken gewöhnlich meiden. Eine Liste schneckensicherer Pflanzen und schneckengefährdeter Pflanzen können Sie in Kürze bei uns herunterladen.
Schneckenbefall im Gemüsegarten möglichst einschränken
  • Salat: Im Gemüsegarten können Sie den Anbau von gekräuseltem Salat probieren, auch Salatsorten, wie z.B. Romana, Zuckerhut und Blattsalate sind weniger anfällig. Im Kopfsalat hingegen finden Schnecken paradiesische Zustände und fressen diesen oft regelrecht von innen auf. Jungpflanzen können in einer Nacht vernichtet werden. Empfehlenswert ist daher die Salatpflanzen zunächst in Töpfe zu pflanzen und auf einen Anzuchttisch oder einem Regal in Sicherheit zu bringen. Nach 1-2 Wochen erst ins Beet setzen.
  • Bei Bohnen und Zucchini sind kletternde Sorten empfehlenswert. Eine Anzucht in Töpfen auf schneckensicheren Stellagen ist ebenfalls empfehlenswert. Ausgepflanzt wird dann, wenn die Pflanzen eine Höhe von ca. 50 cm erreichen. Auch bei Gurken ist die Kultur am Rankgitter empfehlenswert.
  • Karotten möglichst frühzeitig aussäen. Im Frühjahr ist die Schneckenpopulation meist noch gering.
  • Tomaten sind im Allgemeinen weniger anfällig. Dennoch ist es empfehlenswert den Boden zwischen den Tomatenpflanzen möglichst trocken zu halten und die Tomaten lediglich punktuell zu gießen. Bewährt hat sich dabei die Methode Plastiktöpfe neben den Pflanzen einzugraben, so dass diese mit Wasser befüllt werden können und das Wasser dabei direkt an die Wurzeln geleitet wird.
  • Hochbeete erleichtern nicht nur die Pflege der Beete, sondern sie stellen auch ein Hindernis für Schnecken dar. Zwar können auch diese, wenn sie nicht mit zusätzlichen Barrieren versehen werden erklommen werden, dennoch wird der Zugang erschwert und das Absammeln von Schnecken erleichtert.
Abwehren:
Wenn Sie dennoch schneckengefährdende Pflanzen in Ihrem Garten anbauen möchten, empfehlen wir, diese mit Kapuzinerkresse, Senf, Knoblauch, oder Thymian in Mischkultur zu setzen. Im Blumenbeet ist es oft hilfreich um die Pflanze groben Sand, kleinen Steinchen, Steinmehl, Sägemehl oder Eierschalen zu verteilen, so können die Schnecken aufgrund des groben Untergrundes die austreibenden Pflanzen nur schwer erreichen. Gute Erfahrungen haben Gartenbesitzer auch mit klein geschnittenen Blättern von Chinagras oder auch kleingeschnittene Zweige von Nadelbäumen gemacht. Bewährt hat sich auch ein Umstreuen der gefährdeten Pflanzen mit Kaffeepulver. Allerdings muss nach jedem stärkerem Regen oder nach einigen Tagen erneut Pulver aufgebracht werden.
Entfernen der Schneckeneier
Oft können Sie im Herbst Eigelege der Schnecken entdecken, welches Sie durch Hitzeeinwirkung gleich abtöten sollten. Wenn Sie einen Unkrautvernichter besitzen, welcher das Unkraut durch Hitzeeinwirkung abtötet, können Sie dies auch zur Abtötung der Schneckeneier verwenden. Oder Sie überbrühen die Eier mit kochendem Wasser. Um Verbrühungen zu vermeiden, sollten Sie das Wasser in einem geschlossenen, Gefäß transportieren, z.B. in einer Thermoskanne.
Schneckeneier
Absammeln
Schnecken suchen am Tag gerne feuchte dunkle Stellen auf und begeben sich nach Einbruch der Dunkelheit auf Nahrungssuche. Sofern Sie kein Liebhaber von Naturgärten sind, sollten Sie deshalb darauf achten solche Rückzugsnischen für Schnecken zu vermeiden. Oder Sie gehen, so wie auch viele Naturgärtner den entgegengesetzten Weg und bieten direkt im befallenen Gebiet flache Steine, Tonscherben oder Holzbretter zum Unterschlupf an. Von dort können Sie dann leicht die Schnecken absammeln. Bewährt haben sich auch Pappkartonkarten (einfach aus Versandkartons ausschneiden und etwas beschweren), größere Blätter, wie z.B. vom Rhabarber oder auch Obst und Gemüseschalen. Tägliches Absammeln nicht vergessen.
Vernichten
“Doch was mache ich mit den gesammelten Schnecken?” werden Sie sich vielleicht fragen.
Naturschützer werden diese in einiger Entfernung des Gartens aussetzen. Andere Zeitgenossen werden diese Tiere mit Hilfe einer Gartenschere einfach zerstückeln oder mit heißem Wasser überbrühen. Wie Sie damit verfahren bleibt Ihnen überlassen, aber bedenken Sie dabei, dass Schnecken aus geringer Entfernung leicht wieder zuwandern können.
Bierfalle
Um Schnecken magisch anzuziehen können Sie Bierfallen aufstellen. Die Schnecken werden durch den Geruch angelockt, versuchen vom Bier zu trinken, kommen aus der Falle nicht wieder heraus und ertrinken. Der Nachteil ist hier, dass die Fallen regelmäßig entleert und neu aufgefüllt werden müssen. Beachten Sie dabei auch, dass die Bierfallen so konstruiert sind, dass Regen den Inhalt nicht verwässert, denn dies würde die Wirkung erheblich beeinträchtigen. Nachteilig ist, dass der Geruch von Bier für Schnecken so verlockend ist, dass sogar Schnecken aus anderen Gärten zuwandern können.
Schneckenfalle ohne Ausgang
Schneckenfalle ohne Ausgang
Wir haben eine Schneckenfalle entdeckt, in die Schnecken zwar hineingelangen können, aber nicht wieder aus der Falle herauskommen. Lt. Hersteller sollte die Falle mit etwas feuchtem Brot bestückt werden. Wir haben diese Falle getestet, wollten allerdings die Schnecken gleich vernichten und haben deshalb etwas Wasser in die Dose gegeben und dann ein Stück Brot darin schwimmen lassen. Die Schnecken sind hineingekrochen und fast alle im Wasser ertrunken. Der Erfolg war im Frühjahr und Sommer sehr gut, im Herbst hat die Falle dann jedoch nicht mehr so viele Schnecken angezogen. Vielleicht hilft dann ja ein Schluck Bier.
Mechanische Abwehr
Im Handel sind mehrere Arten von Schneckenzäunen im Angebot. Gegen größere Schnecken ist auch ein verzinktes Maschengitter (Mäusegitter) geeignet. Schneiden Sie lange Streifen mit ca. 40 cm Breite, biegen Sie die oberen 5 cm so um, und graben Sie die Gitterstreifen um das gefährdete Anbaubeet. Auch der Einsatz von so genannten Sonnenhüten über Neupflanzungen hat sich bereits als abwehrende Maßnahme bewährt. Ebenfalls geeignet sind Joghurteimer mit einem gewölbten Rand. Schneiden Sie die Böden der Eimer ab und setzen die Eimer um die Aussaat oder Pflanzung. Schnecken können solche Ränder nur mühsam oder gar nicht überwinden und so sind Ihre Salatpflanzen oder auch die Gemüseaussaaten zunächst sicher.
Kupferbänder
Neu auf dem Markt sind schmale Streifen oder Gewebebänder mit Kupfer, die die Schnecken am Überwinden hindern sollen. Dieses Produkt haben wir getestet, allerdings hat uns dieses Produkt überhaupt nicht überzeugt, wie Sie auf dem Foto erkennen können, stellte dieses Band kein Hindernis da um an die Salatpflanzen zu kommen.

Schneckenstopp mit Kupfer
Abtöten mit Nematoden
Dazu werden Fadenwürmer, welche Sie bestellen können, mit der Gießkanne ausgebracht. Der Einsatz von Nematoden zur biologischen Bekämpfung von Trauermücken und Dickmaulrüsslern hat sich bereits bestens bewährt. Ab sofort stehen zur biologischen Schneckenbekämpfung Nematoden der Gattung Phasmarhabditis hermaphrodita zur Verfügung. Die Nematoden dringen über die Mantelhöhle in die Schnecke ein. Dort sondern Sie ein Bakterium ab, das die Schnecke zersetzt. Bereits nach den ersten 3 Tagen fressen die Schnecken nicht mehr und sterben dann nach einigen Tagen.
Schnecken vergiften
Gift sollten Sie nur einsetzen, wenn die Schnecken überhand nehmen. Im Handel ist mittlerweile auch Gift erhältlich, welches für Säugetiere ungefährlich ist.
Übrigens:
  • Gehäuseschnecken fressen meist nur verrottete Substanzen oder auch die Eier der Nacktschnecken.
  • Die natürlichen Feinde der Schnecken sind Kröten, Eidechsen, Stare, Amseln, Igel und Spitzmäuse.
  • Tigerschnegel fressen totes Pflanzenmaterial und kleine Nacktschnecken. Diese Nacktschnecke im Tigerprint hilft also dem Gärtner bei der Schneckenbekämpfung. Die Eier dieser Schnegelart sind durchsichtig und so von den Eiern anderer Schnecken gut zu unterscheiden.
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