Schnecken - Gartenblick

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Jedes Jahr das Gleiche: Mitte Mai säen Hobbygärtner Blumen, Gemüse und Salat an oder setzen Jungpflanzen in den Garten. Doch über Nacht ist der Traum von prächtigen Pflanzen dahin, weggefressen von einem Heer brauner Schnecken.
Schnecken früh im Jahr bekämpfen
Sobald die Tage etwas wärmer werden, solltet ihr mit der Schneckenbekämpfung beginnen. Nehmt eine stabile flache Schale und grabt diese so zwischen Stauden oder in die Gemüsebeete ein, dass der Rand nur noch wenig herausragt. Dann streut in die Schale Ferramol Schneckenkorn*. Legt dann einen flachen Stein, Fliese oder ähnliches so auf die Schale, dass kein Regenwasser in die Schale tropft aber ein kleiner Schlitz von ca. 1-2 cm frei bleibt (notfalls zwei Holzstäbchen quer über die Schale legen). Durch den Schlitz können die Schnecken in die Falle kriechen. Die Schnecken fressen vom Schneckenkorn und verkriechen sich zum Verenden.

*Ferramol Schneckenkorn enthält den Wirkstoff Eisen-III-Phosphat, der auch in der Natur vorkommt. Für Igel, Vögel und Haustiere besteht daher keine Gefahr.
Tipps für den Ziergarten
Richtige Pflanzenauswahl
Die einfachste Möglichkeit den Kampf gegen Schnecken zu gewinnen, ist die richtige Bepflanzung. Verzichtet auf schneckengefährdende Pflanzen und erfreut euch an Pflanzen, welche Schnecken gewöhnlich meiden. Pflanzen, die Schnecken normalerweise nicht anknabbern, findet ihr in unserem Pflanzenlexikon
Möchtet ihr dennoch nicht auf schneckengefährdeten Pflanzen verzichten, dann setzt sie am besten in Kübel und stellen diese in ein Kiesbeet, auf die Terrasse oder umgebt den Topf mit kleinen, scharfkantigen Steinchen.
Auswahl an Sommerblumen, die stark gefährdet sind:  
Bechermalve (Lavatera trimestris), Glockenblumen (Campanula Medium), Leberbalsam (Ageratum mexicanum), Levkojen (Matthiola incana), Prunkwinden (Ipomoea- Hybriden), Salvien, Feuersalbei (Salvia splendes), Silbertaler (Lunaria biennis), Sonnenblumen (Helichrysum bracteatum), Strohblumen (Helichrysum braceteatum), Studentenblumen (Tagetes, alle Arten), Wucherblumen (Dendranthema-Arten), Ziermais (Zea mays)
Daneben gibt es auch mehrjährige Pflanzen, die bei Schnecken sehr beliebt sind, beispielsweise: Brennende Liebe (Lychnis chalcedonica), Canna (Cana indica), Chrysantheme (Chrysanthemum), Dahlie (Cahlia-Hybriden), Dreimasterblume (Tradescantia andersoniana), Eibisch (Hisbiscus thuringaica), Feuermohn (Papaver orientalis), Frauenschuh Orchidee (Cyripedien), Funkie (Hosa-Arten), Glockenblume (Campanula glomerata, C. latifolia, C. trachelium), Hornveilchen, Indianernessel (Monarda didyma), Kornblume (Centaurea montana), Krötenlilie(Tricyrtis), Mädchenauge (Coreopsis), Margerite (Leucanthemum, Rittersporn (Delphinium-Hybriden), Salbei (Salvia nemorosa), Sonnenblume (Helianthus multiflorus), Sonnenhut (Rudbeckia fulgida)
Es gibt aber auch eine Vielzahl von Pflanzen, die von Schnecken gemieden werden oder nicht unbedingt von Schnecken bevorzugt werden. Dies sind vor allem Gehölze, Pflanzen mit ledrigen oder behaarten Blättern. Eine Aufzählung dieser Pflanzen würde den Rahmen sprengen. In unserem Pflanzenlexikon findet ihr jedoch eine große Auswahl an Pflanzen, die weitgehend schneckenfest sind. dazu am besten gleich diesem Direktlink für schneckenfeste Pflanzen folgen.  
Weitere Tipps für den Kampf gegen Schnecken
Schneckenbefall im Gemüsegarten möglichst einschränken
  • Salat: Im Gemüsegarten bevorzugt gekräuseltem Salat anbauen, auch Salatsorten, wie z.B. Romana, Zuckerhut und Blattsalate sind weniger anfällig. Im Kopfsalat hingegen finden Schnecken paradiesische Zustände und fressen diesen oft regelrecht von innen auf. Jungpflanzen können in einer Nacht vernichtet werden. Empfehlenswert ist daher die Salatpflanzen zunächst in Töpfe zu pflanzen und auf einen Anzuchttisch oder einem Regal in Sicherheit zu bringen. Nach 1-2 Wochen erst ins Beet setzen.
  • Bei Bohnen und Zucchini sind kletternde Sorten empfehlenswert. Eine Anzucht in Töpfen auf schneckensicheren Stellagen ist ebenfalls empfehlenswert. Ausgepflanzt wird dann, wenn die Pflanzen eine Höhe von ca. 50 cm erreichen. Auch bei Gurken ist die Kultur am Rankgitter empfehlenswert.
  • Karotten möglichst frühzeitig aussäen. Im Frühjahr ist die Schneckenpopulation meist noch gering.
  • Tomaten sind im Allgemeinen weniger anfällig. Dennoch ist es empfehlenswert den Boden zwischen den Tomatenpflanzen möglichst trocken zu halten und die Tomaten lediglich punktuell zu gießen. Bewährt hat sich dabei die Methode Plastiktöpfe neben den Pflanzen einzugraben, so dass diese mit Wasser befüllt werden können und das Wasser dabei direkt an die Wurzeln geleitet wird.
  • Hochbeete erleichtern nicht nur die Pflege der Beete, sondern sie stellen auch ein Hindernis für Schnecken dar. Zwar können auch diese, wenn sie nicht mit zusätzlichen Barrieren versehen werden erklommen werden, dennoch wird der Zugang erschwert und das Absammeln von Schnecken erleichtert.
Abwehren:
Versucht schneckengefährdete Pflanzen mit Kapuzinerkresse, Senf, Knoblauch, oder Thymian in Mischkultur zu setzen. Im Blumenbeet ist es oft hilfreich um die Pflanze groben Sand, kleinen Steinchen, Steinmehl, Sägemehl oder Eierschalen zu verteilen, so können die Schnecken aufgrund des groben Untergrundes die austreibenden Pflanzen nur schwer erreichen. Gute Erfahrungen haben Gartenbesitzer auch mit klein geschnittenen Blättern von Chinagras oder auch kleingeschnittene Zweige von Nadelbäumen gemacht. Bewährt hat sich auch ein Umstreuen der gefährdeten Pflanzen mit Kaffeepulver. Allerdings muss nach jedem stärkerem Regen oder nach einigen Tagen erneut Pulver aufgebracht werden.
Schneckeneier
Entfernen der Schneckeneier
Oft könnt ihr im Herbst Eigelege der Schnecken entdecken. Diese solltet ihr am besten durch Hitzeeinwirkung gleich abtöten.  Entweder mit einem einen Unkrautvernichter, welcher nicht nur das Unkraut durch Hitzeeinwirkung sondern auch Schneckeneier vernichtet, oder die Eier mit kochendem Wasser überprühen.  Um Verbrühungen zu vermeiden, solltet ihr das Wasser in einem geschlossenen, Gefäß transportieren, z.B. in einer Thermoskanne.
Absammeln
Schnecken suchen am Tag gerne feuchte dunkle Stellen auf und begeben sich nach Einbruch der Dunkelheit auf Nahrungssuche. Sofern ihr kein Liebhaber von Naturgärten seid, solltet ihr deshalb solche Rückzugsnischen für Schnecken zu vermeiden. Oder geht, so wie auch viele Naturgärtner den entgegengesetzten Weg und bieten direkt im befallenen Gebiet flache Steine, Tonscherben oder Holzbretter zum Unterschlupf an. Dann braucht ihr die Schnecken nur noch absammeln. Bewährt haben sich auch Pappkartonkarten (einfach aus Versandkartons ausschneiden und etwas beschweren), größere Blätter, wie z.B. vom Rhabarber oder auch Obst und Gemüseschalen. Tägliches Absammeln nicht vergessen.
Vernichten
“Doch was mache ich mit den gesammelten Schnecken?” werdet ihr euch jetzt vielleicht fragen.
Naturschützer werden diese in einiger Entfernung des Gartens aussetzen. Andere Zeitgenossen werden diese Tiere mit Hilfe einer Gartenschere einfach zerstückeln oder mit heißem Wasser überbrühen. Wie ihr damit verfahrt, müst ihr selbst entscheiden. Bitte beachtet aber, dass Schnecken aus geringer Entfernung leicht wieder zuwandern können.
Bierfalle
Um Schnecken magisch anzuziehen könnt ihr auch Bierfallen aufstellen. Die Schnecken werden durch den Geruch angelockt, versuchen vom Bier zu trinken, kommen aus der Falle nicht wieder heraus und ertrinken. Der Nachteil ist hier, dass die Fallen regelmäßig entleert und neu aufgefüllt werden müssen. Beachtet dabei auch, dass die Bierfallen so konstruiert sind, dass Regen den Inhalt nicht verwässert, denn dies würde die Wirkung erheblich beeinträchtigen. Nachteilig ist, dass der Geruch von Bier für Schnecken so verlockend ist, dass sogar Schnecken aus anderen Gärten zuwandern können.
Schneckenfalle ohne Ausgang
Schneckenfalle ohne Ausgang
Wir haben eine Schneckenfalle entdeckt, in die Schnecken zwar hineingelangen können, aber nicht wieder aus der Falle herauskommen. Lt. Hersteller sollte die Falle mit etwas feuchtem Brot bestückt werden. Wir haben diese Falle getestet, wollten allerdings die Schnecken gleich vernichten und haben deshalb etwas Wasser in die Dose gegeben und dann ein Stück Brot darin schwimmen lassen. Die Schnecken sind hineingekrochen und fast alle im Wasser ertrunken. Der Erfolg war im Frühjahr und Sommer sehr gut, im Herbst hat die Falle dann jedoch nicht mehr so viele Schnecken angezogen. Vielleicht hilft dann ja ein Schluck Bier.
Mechanische Abwehr
Im Handel sind mehrere Arten von Schneckenzäunen im Angebot. Gegen größere Schnecken ist auch ein verzinktes Maschengitter (Mäusegitter) geeignet. Schneidet lange Streifen mit ca. 40 cm Breite, biegt die oberen 5 cm so um, dass er leicht abgewinkelt für Schnecken unüberwindbar wird. Dann die Gitterstreifen um das gefährdete Anbaubeet in den Boden stecken. . Auch der Einsatz von so genannten Sonnenhüten über Neupflanzungen hat sich bereits als abwehrende Maßnahme bewährt. Ebenfalls geeignet sind Joghurteimer mit einem gewölbten Rand. Schneidet die Böden der Eimer ab und setzt diese um die Aussaat oder Pflanzung. Schnecken können solche Ränder nur mühsam oder gar nicht überwinden und so sind eure Salatpflanzen oder auch die Gemüseaussaaten zunächst sicher.
Schneckenstopp mit Kupfer
Kupferbänder
Neu auf dem Markt sind schmale Streifen oder Gewebebänder mit Kupfer, die die Schnecken am Überwinden hindern sollen. Dieses Produkt haben wir getestet, allerdings hat uns dieses Produkt überhaupt nicht überzeugt, wie ihr auf dem Foto seht, stellte dieses Band kein Hindernis da um an die Salatpflanzen zu kommen.

Abtöten mit Nematoden
Dazu werden Fadenwürmer, aus dem Fachhandel, mit der Gießkanne ausgebracht. Der Einsatz von Nematoden zur biologischen Bekämpfung von Trauermücken und Dickmaulrüsslern hat sich bereits bestens bewährt. Ab sofort stehen zur biologischen Schneckenbekämpfung Nematoden der Gattung Phasmarhabditis hermaphrodita zur Verfügung. Die Nematoden dringen über die Mantelhöhle in die Schnecke ein. Dort sondern sie ein Bakterium ab, das die Schnecke zersetzt. Bereits nach den ersten 3 Tagen fressen die Schnecken nicht mehr und sterben dann nach einigen Tagen.
Schnecken vergiften
Gift solltet ihr nur einsetzen, wenn die Schnecken überhand nehmen. Im Handel ist mittlerweile auch Gift erhältlich, welches für Säugetiere ungefährlich ist.
Übrigens:
  • Gehäuseschnecken fressen meist nur verrottete Substanzen oder auch die Eier der Nacktschnecken.
  • Die natürlichen Feinde der Schnecken sind Kröten, Eidechsen, Stare, Amseln, Igel und Spitzmäuse.
  • Tigerschnegel fressen totes Pflanzenmaterial und kleine Nacktschnecken. Diese Nacktschnecke im Tigerprint hilft also dem Gärtner bei der Schneckenbekämpfung. Die Eier dieser Schnegelart sind durchsichtig und so von den Eiern anderer Schnecken gut zu unterscheiden.
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