Natur im Garten - Gartenblick

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Natur im Garten

Was ist ein Naturgarten und worin unterscheidet er sich vom konventionellen Ziergarten?
Ein Naturgarten wird oft zu Unrecht abschätzig als Wildnis bezeichnet. Ziel im Naturgarten ist es ein stabiles ökologisches Gleichgewicht zu schaffen. Deshalb wird er in der Regel von den natürlichen Gesetzmäßigkeiten der Natur bestimmt. Wer sich für einen natürlichen Garten entscheidet, möchte aber sicherlich nicht nur einen von der Natur bestimmten Landstrich, sondern möchte diesen selbst gestalten und als Erholungsraum nutzen. Streng genommen gibt es daher kaum Naturgärten, sondern vielmehr möglichst naturgetreue Gärten, in dem Mensch und Natur im harmonischen Einklang stehen.
So locken Sie Wildbiene und Co in ihren Garten
Duftschneeball mit Biene
  • Totholzhaufen anlegen. Dazu nur unbehandeltes Holz verwenden. Danach möglichst in Ruhe lassen., damit sich Insekten und Kleintiere ansiedeln können.
  • Kiefernzapfen, Rinden dienen der Optik, haben aber in einer Nisthilfe keine Funktion. Bohrlöcher in Stirnseiten von Baumscheiben oder faseriges Holz ist in der Regel ungeeignet.
  • Für Schmetterlinge ist ein Insektenhotel nicht geeignet. Wird ein entsprechendes Objekt vorgehalten, kann es ggf. Florfliegen dienen.
  • Die meisten Wildbienen nisten im Boden, ideal sind kleine Brachflächen, die sonnig und trocken sind. Wenn dann noch überwiegend insektenfreundliche Pflanzen im Garten wachsen, haben Sie für Wildbienen und Co beste Voraussetzungen für einen Lebensraum geschaffen.
Wir können die Welt ein wenig verbessern, wenn wir grün denken.
Ab sofort finden Sie bei uns Tipps, wie Sie im eigenen Garten dazu beitragen können:
Schadbild an Johannisbeere durch Johannisbeerblasenlaus
Streifen Sie öfters durch den Garten und begutachten Ihre Pflanzen. So können Schädlinge oder Krankheiten rechtzeitig erkannt werden und Gegenmaßnahmen getroffen werden. Beispielsweise kann man biologisch und ohne Pestizide Blattlauskolonien mit einem Wasserstrahl zu Leibe rücken und pilzbefallene Blätter entfernen, um ein weiteres Ausbreiten zu verhindern.
Regentonnen werden zur Gefahr für Vögel, deshalb decken Sie Ihre Regentonnen immer gut ab. Positiver Nebeneffekt, mit guter Abdeckung können Stechmücken die Tonne nicht als Kinderstube nutzen.
Saisonales Obst und Gemüse bevorzugen. Auch im Winter können wir unseren Vitaminbedarf ganz gut über Wintergemüse decken. Wussten Sie schon, dass Kohlgemüse und Wintersalate zum größten Teil mehr Vitamin C haben als Früchte? Bei heimischen Früchten, Salaten und Gemüse sind die Transportwege kürzer und die Gefahr von Pestizidrückständen geringer.
Foto: Flowersprout
Regentonnen müssen nicht direkt am Haus stehen und können trotzdem automatisch befüllt werden.
Entdecke heimisches Wintergemüse
Solarleuchtobjekte setzen zarte Lichtakzente
Machen Sie die Nacht nicht zum Tag. Sicher sollte keiner aus Sicherheitsgründen auf eine notwendige Beleuchtung verzichten, schwache Lichtakzente mit Solarenergie sind auch kein Problem.  Dauerbeleuchtung oder sehr helle Leuchtobjekte jedoch schaden der Tierwelt und verbrauchen Energie.
Gitterkomposter mit Kapuzinerkresse
Werden alle Garten- und biologisch unbedenklichen Küchenreste in Kompost verwandelt, spart dies Dünger, den Kauf von Blumenerde und Torf. Gleichzeitig spart man Geld, wenn man auf die grüne Tonne verzichten kann und die Kommune das Engagement noch fördert.
Übrigens wer ganz wenig Platz oder nur einen Balkon hat, kann auch mit einer Wurmkiste Dünger und Kompost herstellen.
Laubbläser sind im Privatgärten nicht nötig.
Prüfen Sie kritisch, ob Sie elektrische Geräte einsetzen müssen. Laubbläser und Motorsense sind oft überflüssig. Rechen, Handmäher und handbetriebene Gartenscheren sind für kleine Gärten meist ausreichend. So schonen Sie Kleinstlebewesen und vermeiden Lärm.
Regentonnen müssen nicht direkt am Haus stehen und können trotzdem automatisch befüllt werden.
Sammeln Sie Regenwasser. Das schont die Umwelt, spart Wasserkosten und ist für die Pflanzen meist noch verträglicher als Trinkwasser aus dem Hahn.
Übrigens Regentonnen können so an das Ablaufrohr der Regenrinne angeschlossen werden, dass sich die Regentonne automatisch befüllt und bei voller Tonne das Wasser wieder durch den üblichen Ablauf fließt. Dabei muss die Regentonne nicht zwangsläufig direkt am Haus stehen.
Kleiber suchen nach Insekten.
Schaffen Sie Lebensräume für Insekten, Vögel und Kleintiere. Unterschlupf und Nahrung finden die Tiere in einem naturnahen Garten und im Gegenzug helfen Ihnen einige davon bei der Schädlingsbekämpfung.
Die Schlüsselblume ist eine heimische Pflanze
Bevorzugen Sie heimische Pflanzen, denn diese bilden Lebensgrundlage für verschiedene Tiere und kommen mit den hiesigen Klimabedingungen gut zurecht.
Teller mit verschiedenen Beeren
Obst- und Beerensträucher laden zum gesunden Naschen ein. Damit haben Sie frische und pestizidfreie Lebensmittel. Es fallen keine Transportwege und Verpackungsmüll an. Wählen Sie die Pflanzen so, dass Sie über die gesamte Saison ernten können, jedoch von einer Obstschwemme verschont bleiben.
Hortensie im Plastikübertopf
Kunststoffgefäße sind um ein vielfaches leichter als vergleichbare Ton- oder Keramiktöpfe. Wer deshalb auf Kunststoffe zurückgreift, sollte nur frost- und uv-beständiges Material wählen. Zeigen sich an Kunststoffteilen erste Brüche oder Risse, sollte man den Gegenstand gleich entsorgen, bevor kleine Stücke abbrechen und im Boden landen.
Sitzplatz im Schatten
Pflanzen Sie einen Baum, denn dieser speichert nicht nur jede Menge Kohlendioxid, er verbessert auch das Kleinklima im Garten. Einen Sitzplatz im Schatten des Baumes werden Sie in heißen Sommern nicht mehr missen möchten. Achten Sie bei der Auswahl aber auf die endgültige Wuchshöhe.

Düngen mit Beinwell
Kunstdünger muss energieintensiv hergestellt und transportiert werden. Deshalb besser zu organischen Dünger greifen, damit reichert sich der Boden auch mit Humus an.  
Schnüre aus Naturmaterialien statt Kunststoffschnüre
Verzichten Sie möglichst auf Plastik, vor allem auf Kunststoff-Schnüre, Mulch- und Schutzfolien aus Kunststoff und Planen aus Bändchengewebe. Blumentöpfe, Schutzhauben und Plastiksäcke sollten im Winter über nicht draußen aufbewahrt werden. Kleine Kunststoffteile im Garten immer gleich entsorgen, da diese mit der Zeit immer kleiner werden, der Boden diese aber nicht abbauen kann.
Naturgetreuer, naturnaher oder naturfreundlicher Garten - Die Ansichten über einen Naturgarten gehen oft stark auseinander. Folgende Merkmale sollten aber alle 'Naturgärten' erfüllen:
  • Anlage und Pflege des Gartens erfolgt nach ökologischen Gesichtspunkten
  • Vielfältige Lebensräume für Tiere und Pflanzen
  • Standortgerechte, möglichst auch landschaftstypische Bepflanzung
Natürliche Gartengestaltung mit selbstaussäenden Pflanzen
Wer seinen Garten jedes Jahr neu entdecken möchte und eine preisgünstige Gartenbepflanzung sucht, sollte für die Gartenbepflanzung viele selbstaussäende Pflanzen wählen. Das Grundgerüst der Gartengestaltung wird mit Sträuchern, Gräsern, immergrünen Pflanzen und Solitärstauden gelegt. Diese strukturieren den Garten und verleihen dem Garten auch im Winter ein ansprechendes Aussehen. Dazwischen dürfen sich selbstaussäende Pflanzen ausbreiten und jedes Jahr neu das Gartenbild gestalten.
Ideal hierfür sonnige Standorte sind Kiespflanzungen, denn Kies ist das ideale Saatbeet für viele selbstaussäende Pflanzen, wie z.B. Katzenminze, Steinnelke, Goldmohn, Patagonisches Eisenkraut (Verbena boariensis), Königskerze, Moschusmalve und Nachtkerze.
Für halbschattige Bereiche eignen sich Vergissmeinnicht, Mutterkraut, Akelei, Judassilberling, Nachtviole, Lerchensporn und Gauklerblume. Eine Mulchschicht aus Hackschnitzeln hält den Boden feucht und locker.
Blumenwiese
Üppig blühende Blumenwiese
Viele Naturgartenbesitzer wünschen sich eine üppig blühende Blumenwiese. Doch nach dem Aussäen der Blumenwiese folgt meist die Ernüchterung. Das Gras gedeiht prächtig, von den Blumen ist aber nicht viel zu sehen. Das liegt daran, dass Gräser die Blumen verdrängen. Damit dies nicht geschieht, sollten Sie bei einer Neuanlage immer zuerst die Blumen und wenn diese bereits als Jungpflänzchen stehen erst die Gräser aussäen.
Als Blumen eignen sich z.B. Gewöhnliche Schafgarbe, Kriechender Günsel, Gewöhnliche Grasnelke, Gänseblümchen, Wiesenglockenblume, Wiesenschaumkraut, Wiesenstorchschnabel, Orangefarbenes Habichtskraut, Wiesenmargerite, Echte Schlüsselblume, Wiesensalbei, Rote Lichtnelke und natürlich auch Zwiebelblumen, wie z.B. Schneeglöckchen, Blaustern, Krokus, Narzissen, Traubenhyazinthen und Herbstzeitlose.
Natürlicher Gartenbereich
Es muss nicht von Anfang an ein perfekter Naturgarten angelegt werden. Gerade für Gartenneulinge ist es wichtig erst die ökologischen Zusammenhänge zu begreifen. Bei bereits vorhandenem Garten genügt es erst einen Teilbereich umzuwandeln. Dort kann man dann gut beobachten, welche Pflanzen sich von selbst ansiedeln.
  • Kalk- und Ziegelschutt kann in einer Ecke gesammelt werden und mit etwas Erde zu einem Kalkhügel aufgeschüttet werden. Bald werden sich dann die ersten kalkliebenden Pflanzen von selbst einfinden.
  • Im Anschluss an eine Hecke oder Gehölzgruppe kann ein breiter Streifen für eine Blumenwiese belassen werden, auf der bald Wiesenmargeriten, Schafgarbe, Glockenblume, Wiesenstorchschnabel wachsen.
  • Damit zur restlichen Grasfläche eine Abgrenzung erfolgt, können Sie z.B. einige Baumstämme hinlegen. Diese können als zusätzliche Sitzfläche genutzt werden und bieten zudem Kleinstlebewesen Unterschlupf.
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