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Natur im Garten - Gartenblick

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Natur im Garten

Was ist ein Naturgarten und worin unterscheidet er sich vom konventionellen Ziergarten?
Weiße Blüten auf dem Apfelbaum Eine Pflanze rankt aus dem Baumstumpf.
Ein Naturgarten wird oft zu Unrecht abschätzig als Wildnis bezeichnet. Ziel im Naturgarten ist es jedoch mit den natürlichen Gesetzmäßigkeiten der Natur ein stabiles ökologisches Gleichgewicht zu schaffen.
Wenn du dich für einen Naturgarten entscheidest, wird dieser Garten hauptsächlich von der Natur bestimmt und es sollten ausschließlich heimische Pflanzen darin wachsen. Streng genommen gibt es daher kaum Naturgärten, sondern vielmehr möglichst naturgetreue Gärten, in dem Mensch und Natur im harmonischen Einklang stehen.
Wenn du zwar Lebensraum für Tiere und heimische Pflanzen bieten möchtest, aber dein Grundstück noch nach deinen Wünschen gestalten, den Garten auch als Erholungsraum nutzen und du dich bei der Pflanzenwahl nicht ausschließlich auf heimische Pflanzen beschränken möchtest, wird dir wahrscheinlich eher ein naturnaher Garten zusagen.
Naturgetreuer, naturnaher oder naturfreundlicher Garten - Die Ansichten über einen Naturgarten gehen oft stark auseinander. Folgende Merkmale sollten aber alle Formen von natürlichen Gärten erfüllen:
  • Anlage und Pflege des Gartens erfolgen nach ökologischen Gesichtspunkten
  • Bietet vielfältige Lebensräume für Tiere und Pflanzen
  • Standortgerechte, möglichst auch landschaftstypische Bepflanzung
Natürliche Gartenbereiche
Es muss nicht von Anfang an ein perfekter Naturgarten angelegt werden.
Gerade für Gartenneulinge ist es wichtig erst die ökologischen Zusammenhänge zu begreifen.

  • Egal ob Neuanlage oder bereits vorhandener Garten, fange am besten damit an einen Teilbereich natürlicher zu gestalten. So kannst du dann gut beobachten, welche Pflanzen sich dort wohlfühlen, welche Tiere sie anlocken und ggf. welche Pflanzen sich zusätzlich von selbst ansiedeln.
  • Kalk- und Ziegelschutt kannst du beispielsweise in einer Ecke sammeln und mit etwas Erde zu einem Kalkhügel aufschütten. Bald werden sich die ersten kalkliebenden Pflanzen von selbst einfinden.
  • Wusstest du, dass 75 % aller heimischen Wildbienenarten im Erdboden nisten? Mit einem kleinen Erdhügel aus sandiger Erde bietest du unter anderem Hummeln sowie Sand- oder Seidenbienen Lebensraum.
  • Im Anschluss an eine Hecke oder Gehölzgruppe kannst du einen breiten Streifen für eine Blumenwiese belassen, auf der bald Wiesenmargeriten, Schafgarbe, Glockenblume, Wiesenstorchschnabel wachsen werden. Damit zur restlichen Grasfläche eine Abgrenzung erfolgt, kannst du eine niedrige Trockenmauer anlegen oder einige Baumstämme hinlegen. Beide können als zusätzliche Sitzfläche genutzt werden und bieten zudem Kleinstlebewesen Unterschlupf.
  • Als Sichtschutz oder Abgrenzung zu anderen Gartenbereichen kannst du eine Totholzhecke anlegen. Damit kannst du Gehölzrückschnitt dekorativ und platzsparend aufschlichten und bietest auch hiermit vielen Tieren Unterschlupf.
Blumenwiese im Garten
So eine Blumenwiese ist der Traum vieler Naturgartenbesitzer. Doch wie kannst du so einen Traum verwirklichen, wenn du die Wiese auch nutzen möchtest?

Wenn du eine strapazierfähige Wiese möchtest, auf eine Blumenwiese aber nicht verzichten willst, empfehlen wir die Wiese zu teilen. Ein Teil wird öfters gemäht und kann intensiv genutzt werden, allerdings werden hier nur noch Gänseblümchen und im Frühjahr niedrige Zwiebelblumen und Löwenzahn blühen. Auf dem anderen Teil (bevorzugt am Randbereich) können dann die prächtigen Wiesenblumen wachsen und blühen. Dazu wird der Bereich nach Möglichkeit mit einer niedrigen Ziegel- oder Trockenmauer abgetrennt. So ist für jedermann auch gleich eine Grenze sichtbar, die aber zum Blumen pflücken gerne mal überschritten werden darf. Ansonsten sollte der Bereich möglichst nicht betreten werden, damit sich die Wiesenblumen prächtig entwickeln können.
Eine Blumenwiese wird höchstens zwei bis drei Mal im Jahr gemäht, ein strapazierfähiger Kräuterrasen kann hingegen etwas öfters gemäht werden. Übrigens ein Kräuterrasen benötigt auch in Trockenzeiten kaum zusätzliches Wasser.
So lockst du Wildbiene und Co in deinen Garten
Eine Schwebfliege mit farbigschillernden Flügeln sitzt auf einer Blüte des Bronzefenchels
  • Totholzhaufen anlegen. Dazu nur unbehandeltes Holz verwenden. Danach möglichst in Ruhe lassen, damit sich Insekten und Kleintiere ansiedeln können.
  • Kiefernzapfen und Rinden dienen der Optik, haben aber in einer Nisthilfe keine Funktion. Bohrlöcher in Stirnseiten von Baumscheiben oder faseriges Holz ist in der Regel ungeeignet.
  • Für Schmetterlinge ist ein Insektenhotel nicht geeignet. Wird ein entsprechendes Objekt vorgehalten, kann es ggf. Florfliegen dienen.
  • Die meisten Wildbienen nisten im Boden, ideal sind kleine Brachflächen, die sonnig und trocken sind. Wenn dann noch überwiegend insektenfreundliche Pflanzen im Garten wachsen, hast du für Wildbienen und Co beste Voraussetzungen für einen Lebensraum geschaffen.
Biete Lebensraum für Tiere!
Totholzhaufen und Steinhügel als Lebensraum für Kleintiere lassen sich in jedem noch so kleinen Garten verwirklichen. Wenn du mehr Fläche im Garten hast, kannst du mit einem Erdhügel oder einem Sandarium erdnistenden Wildbienen helfen.  Und wenn dein Garten zudem noch Potential hat und im besten Fall sogar noch an weitere naturnahe Lebensräume grenzt, kannst auch entsprechenden Lebensraum für Amphibien schaffen. Mehr zur Schaffung weiterer Lebensräume findest du hier: www.lbv.de/lebensraum-garten
So legst du einen nützlichen Totholzhaufen an
Nichts leichter als das. Einfach nur unbehandeltes Holz, Äste oder Baumwurzeln auf einen Haufen werfen und danach möglichst in Ruhe lassen, damit sich Insekten und Kleintiere ansiedeln können.
Aber warum sollte man so einen Holzhaufen anlegen? Die natürlichen Lebensräume zahlreicher Tiere schrumpfen und mit einem Totholzhaufen, kannst du im eigenen Garten so Unterschlupf und Lebensraum für Insekten, Reptilien, Igel und weiteren Tierarten bieten.

Denke beim Herbst- und Frühjahrsschnitt einfach daran dicke und dünne Äste zurückzubehalten und diese auf den Totholzhaufen zu legen. Wir haben so einen Haufen hinter einer Laube im Schatten der Haselnusssträucher angelegt. Ein Teil wurde mit einer größeren Steinplatte abgedeckt, darunter bleibt es trocken und bietet sich auch als Unterschlupf für Igel an. Der Rest ist der Witterung ausgesetzt,  verrottet daher bzw. wird von allerlei Tierchen zersetzt, die auch dem Igel wieder als natürliche Nahrungsquelle dienen.
Nachhaltig gärtnern: So gestaltest du deinen Garten umweltfreundlich und zukunftssicher
1. Klimafreundliche Gartengestaltung
  • Vermeide Schottergärten und versiegelte Flächen
  • Pflanze einen klimaregulierenden Hausbaum
  • Nutze begrünte Fassaden für natürliche Kühlung
2. Pflanzenwahl & Biodiversität
  • Setze auf heimische Pflanzen für mehr Artenvielfalt
  • Schaffe Lebensräume für Nützlinge
  • Nutze Mischkultur gegen Schädlinge
3. Wassermanagement & Bewässerung
  • Sammle Regenwasser effizient
  • Verwende Wasser sinnvoll
  • Nutze Wasser bedarfsgerecht
  • Trainiere deine Pflanzen für Trockenheit
  • Fördere die Versickerung von Regenwasser
4. Natürliche Pflege & Schädlingskontrolle
  • Kontrolliere deine Pflanzen regelmäßig
  • Verzichte auf chemische Dünger
  • Bekämpfe Schädlinge mechanisch statt chemisch
Gurken im Nutzgarten, die an Schnüren aus Naturmaterialien emporschlingen.
5. Nachhaltige Materialien & Plastikvermeidung
  • Reduziere Plastik im Garten konsequent
  • Nutze natürliche Materialien
  • Entsorge beschädigte Kunststoffteile sofort
  • Wähle langlebige und umweltfreundliche Materialien
Strahler setzen an einer Hausfassade eine Akzentbeleuchtung.
6. Energie sparen & Technik bewusst einsetzen
  • Hinterfrage den Einsatz elektrischer Gartengeräte
  • Vermeide unnötige Gartenbeleuchtung
7. Ernte, Ernährung & Selbstversorgung
  • Baue eigenes Obst und Gemüse an
  • Setze auf saisonale und regionale Ernährung
  • Lagere deine Ernte ohne Strom

8. Bodenpflege & Kreislaufwirtschaft
  • Lockere und mulche deinen Boden regelmäßig
  • Kompostiere Garten- und Küchenabfälle


Nachhaltiges und umweltfreundliches Gärtnern bedeutet nicht Verzicht, sondern bewusstes Handeln. Du kannst Ressourcen sparen, die Artenvielfalt fördern und gleichzeitig einen gesunden, lebendigen Garten genießen.
Tipps, wie du das im Einzelnen umsetzen kannst
Unser Webtipp
Eine Hecke aus Wildsträuchern bietet vielen Tieren Unterschlupf und Nahrung:
  • Pfaffenhütchen mit den schönen orangeroten Früchten, die allerdings giftig sind
  • Holunder, der als Heilpflanze geschätzt wird. Wunderschöne cremeweiße Blütendolden, die z.B. Holunderblütensirup verarbeitet werden können. Die Beeren werden als Zugabe in Säften, Marmelade und Gelees verwendet. Rohe Beeren sind giftig.
  • Haselnusssträucher, die mit ihren leckeren Nüssen nicht nur Eichhörnchen anlocken
  • Roter Hartriegel, der sich in der Wintersonne von der besten Seite zeigt
  • Schlehe, die bereits früh im Jahr mit der weißen Blüte den Frühling erwachen lässt. Die blauschwarzen Früchte lassen sich nach dem ersten Frost zu Marmelade und Likör verarbeiten.
  • Wildrosen, die im Sommer mit herrlichen Blüten und im Herbst mit farbenfrohen Hagebutten aufwarten
  • Sanddorn, der auch auf nährstoffarmen Boden wächst. Die Früchte sind vitamin-C-haltig und lassen sich zu Marmelade und Gelee verwenden.
  • Kupferfelsenbirne, deren köstliche Früchte nicht nur den Amseln schmecken, sondern zur Marmeladenherstellung sehr beliebt sind. Im Frühjahr beeindruckt dieser Strauch mit einer schönen Blüte und im Herbst mit einer farbenprächtigen Herbstfärbung
  • Weißdornstrauch ist ein wertvolles Vogelnähr- und Vogelschutzgehölz. Den weißen Blüten folgen im September dunkelrote Beeren.
  • Gemeine Heckenkirsche, ist ebenfalls ein wichtiges Vogelnährgehölz. Die dunkelroten erbsengroßen Früchte sind leicht giftig, bei Vögeln aber sehr beliebt.
  • Faulbaum, ein wichtiger Strauch, der das Überleben der Zitronenfalter sichert. Denn diese Schmetterlinge legen ihre Eier meist an diesem Gehölz ab. Die rotschwarzen Früchte werden von den Vögeln geschätzt.

Ist die Hecke gepflanzt benötigt sie im ersten Jahr bei Trockenheit etwas Wasser. Ansonsten ist keine Pflege notwendig. Auch im Herbst solltest du das Laub liegen lassen, damit es im Winter Igel und Insekten Unterschlupf bietet und nach dem Verrotten der Hecke als Naturdünger zur Verfügung steht.
Ist die Hecke dann nach einigen Jahren zu groß oder verkahlt von unten, kannst du die Hecke auf Stock setzen. Das heißt, dass die Sträucher radikal bis auf wenige cm zurückgeschnitten werden.

Unser Fazit:
Gehölze strukturieren den Garten, entscheiden über das Kleinklima und wirken sich positiv auf Pflanzen und Tiere im Garten aus. Auch für den Menschen sind diese nützlich. Als Gehölzgruppe gepflanzt bieten mehrere Sträucher Sicht- und Windschutz und bei einigen sogar Leckeres zum Naschen.
Unser Tipp:
Ein Erdkeller, Erdkühlschrank oder Erdmiete etc. halten deine Ernte auch ohne Strom länger frisch. Äpfel können zum Beispiel auch mit Decken geschützt im Kellerabgang, Lichtschacht oder Gartenhaus gelagert werden. Dabei aber immer die Temperaturen im Blick haben, damit diese bei stärkeren Frösten keinen Schaden nehmen. Und im Herbst kannst du im Hochbeet wunderbar eine Erdmiete anlegen: www.krautundrueben.de
Weitere interessante Themen:
Naturnah planen: Erfahre, was du bei der Planung eines Naturgarten berücksichtigen solltest.
Nutzgarten: Eigene Ernte, so gelingt es!
Obst im Garten: Hier findest du wichtige Tipps zum Anbau von Obst und Beeren.
Mischkultur: Einige Pflanzen fördern sich gegenseitig und andere vertragen sich nicht so gut, hier erfährst du wer mit wem gut kann und wer nicht.
Nützlinge: Giftfreie Schädlingsbekämpfung - Erfahre welche Nützlinge hier am besten helfen.
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Naturnahe Gartengestaltung
Auf dieser Seite findest du Ideen und Tipps für eine naturnahe Gartengestaltung.
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