Natur im Garten - Gartenblick

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Natur im Garten

Was ist ein Naturgarten und worin unterscheidet er sich vom konventionellen Ziergarten?
Ein Naturgarten wird oft zu Unrecht abschätzig als Wildnis bezeichnet. Ziel im Naturgarten ist es ein stabiles ökologisches Gleichgewicht zu schaffen. Deshalb wird er in der Regel von den natürlichen Gesetzmäßigkeiten der Natur bestimmt. Wer sich für einen natürlichen Garten entscheidet, möchte aber sicherlich nicht nur einen von der Natur bestimmten Landstrich, sondern möchte diesen selbst gestalten und als Erholungsraum nutzen. Streng genommen gibt es daher kaum Naturgärten, sondern vielmehr möglichst naturgetreue Gärten, in dem Mensch und Natur im harmonischen Einklang stehen.
Haben Sie schon mal beobachtet, wie ein Specht Nüsse knackt? Dass die Haselnuss bei Eichhörnchen und Haselmaus sehr beliebt ist wussten wir, doch dass sie auch bei Vöglen sehr beliebt ist, konnten wir in diesem Jahr erstmals beobachten. Die Meisen warteten an der Straße darauf, dass die Autoreifen die Nüsse knackten und holten sich dann die kleinen Stückchen. Ganz anders der Specht, der suchte sich einen alten todgeweihten Baum und knackte die Nüsse selbst.
Wir können die Welt ein wenig verbessern, wenn wir grün denken.
Ab sofort finden Sie bei uns Tipps, wie Sie im eigenen Garten dazu beitragen können:
Prüfen Sie kritisch, ob Sie elektrische Geräte einsetzen müssen. Laubbläser und Motorsense sind oft überflüssig. Rechen, Handmäher und handbetriebene Gartenscheren sind für kleine Gärten meist ausreichend. So schonen Sie Kleinstlebewesen und vermeiden Lärm.
Laubbläser sind im Privatgärten nicht nötig.
Sammeln Sie Regenwasser. Das schont die Umwelt, spart Wasserkosten und ist für die Pflanzen meist noch verträglicher als Trinkwasser aus dem Hahn.
Übrigens Regentonnen können so an das Ablaufrohr der Regenrinne angeschlossen werden, dass sich die Regentonne automatisch befüllt und bei voller Tonne das Wasser wieder durch den üblichen Ablauf fließt. Dabei muss die Regentonne nicht zwangsläufig direkt am Haus stehen.
Regentonnen müssen nicht direkt am Haus stehen und können trotzdem automatisch befüllt werden.
Schaffen Sie Lebensräume für Insekten, Vögel und Kleintiere. Unterschlupf und Nahrung finden die Tiere in einem naturnahen Garten und im Gegenzug helfen Ihnen einige davon bei der Schädlingsbekämpfung.
Kleiber suchen nach Insekten.
Bevorzugen Sie heimische Pflanzen, denn diese bilden Lebensgrundlage für verschiedene Tiere und kommen mit den hiesigen Klimabedingungen gut zurecht.
Die Schlüsselblume ist eine heimische Pflanze
Obst- und Beerensträucher laden zum gesunden Naschen ein. Damit haben Sie frische und pestizidfreie Lebensmittel. Es fallen keine Transportwege und Verpackungsmüll an. Wählen Sie die Pflanzen so, dass Sie über die gesamte Saison ernten können, jedoch von einer Obstschwemme verschont bleiben.
Teller mit verschiedenen Beeren
Kunststoffgefäße sind um ein vielfaches leichter als vergleichbare Ton- oder Keramiktöpfe. Wer deshalb auf Kunststoffe zurückgreift, sollte nur frost- und uv-beständiges Material wählen. Zeigen sich an Kunststoffteilen erste Brüche oder Risse, sollte man den Gegenstand gleich entsorgen, bevor kleine Stücke abbrechen und im Boden landen.
Hortensie im Plastikübertopf
Pflanzen Sie einen Baum, denn dieser speichert nicht nur jede Menge Kohlendioxid, er verbessert auch das Kleinklima im Garten. Einen Sitzplatz im Schatten des Baumes werden Sie in heißen Sommern nicht mehr missen möchten. Achten Sie bei der Auswahl aber auf die endgültige Wuchshöhe.

Sitzplatz im Schatten
Kunstdünger muss energieintensiv hergestellt und transportiert werden. Deshalb besser zu organischen Dünger greifen, damit reichert sich der Boden auch mit Humus an.  
siehe auch Beitrag unten
Düngen mit Beinwell
Verzichten Sie möglichst auf Plastik, vor allem auf Kunststoff-Schnüre, Mulch- und Schutzfolien aus Kunststoff und Planen aus Bändchengewebe. Blumentöpfe, Schutzhauben und Plastiksäcke sollten im Winter über nicht draußen aufbewahrt werden. Kleine Kunststoffteile im Garten immer gleich entsorgen, da diese mit der Zeit immer kleiner werden, der Boden diese aber nicht abbauen kann.
Schnüre aus Naturmaterialien statt Kunststoffschnüre
Naturgetreuer, naturnaher oder naturfreundlicher Garten - Die Ansichten über einen Naturgarten gehen oft stark auseinander. Folgende Merkmale sollten aber alle 'Naturgärten' erfüllen:
  • Anlage und Pflege des Gartens erfolgt nach ökologischen Gesichtspunkten
  • Vielfältige Lebensräume für Tiere und Pflanzen
  • Standortgerechte, möglichst auch landschaftstypische Bepflanzung
Mehrweg-Weihnachtsbaum - Nein, keiner aus Plastik.
Die Alternative,  ein Weihnachtsbaum im Kübel. Funktioniert das?
Wir sagen ja, denn wir praktizieren das seit Jahren. Dies funktioniert aber nur dann, wenn einige Punkte beachtet werden:
  • Baum nicht erst kurz vor Weihnachten kaufen. In dieser Zeit werden jedoch Nadelbäume in Topfe angeboten, doch meist wurden diese nur mit Wurzelwerk ausgegraben und kurzerhand in Töpfe gesetzt. Besser im Frühjahr oder jetzt im Herbst einen Baum kaufen, der schon länger im Topf steht und gut durchwurzelt ist.
  • Kaufen Sie einen Baum, der langsam wächst, dann haben Sie lange Freude daran.
  • Pflanzen Sie den Baum in einen ausreichend großen Kübel.
  • Große Temperaturunterschiede sollten vermieden werden. Bevor Sie den Baum im Winter ins Haus holen, sollte dieser einige Tage geschützt oder wenn möglich in einem kühlen frostfreien Raum verbracht werden.
  • Beim Schmücken sollten Sie behutsam vorgehen, um die Äste nicht zu verletzen.
  • Im Warmen benötigt der Baum mehr Wasser, achten Sie darauf, dass die Erde nicht austrocknet.
  • Der Baum kann auch problemlos mehrere Tage im Warmen verbringen. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie für die Umsetzung ins Freie wieder einen möglichst warmen Tag wählen, den Kübel zunächst wieder geschützt stellen und den Baum für einige Tage mit einem Vlies vor Kälte schützen.

Weihnachtsbaum im Topf - so funktioniert es
Natürliche Gartengestaltung mit selbstaussäenden Pflanzen
Wer seinen Garten jedes Jahr neu entdecken möchte und eine preisgünstige Gartenbepflanzung sucht, sollte für die Gartenbepflanzung viele selbstaussäende Pflanzen wählen. Das Grundgerüst der Gartengestaltung wird mit Sträuchern, Gräsern, immergrünen Pflanzen und Solitärstauden gelegt. Diese strukturieren den Garten und verleihen dem Garten auch im Winter ein ansprechendes Aussehen. Dazwischen dürfen sich selbstaussäende Pflanzen ausbreiten und jedes Jahr neu das Gartenbild gestalten.
Ideal hierfür sonnige Standorte sind Kiespflanzungen, denn Kies ist das ideale Saatbeet für viele selbstaussäende Pflanzen, wie z.B. Katzenminze, Steinnelke, Goldmohn, Patagonisches Eisenkraut (Verbena boariensis), Königskerze, Moschusmalve und Nachtkerze.
Für halbschattige Bereiche eignen sich Vergissmeinnicht, Mutterkraut, Akelei, Judassilberling, Nachtviole, Lerchensporn und Gauklerblume. Eine Mulchschicht aus Hackschnitzeln hält den Boden feucht und locker.
Üppig blühende Blumenwiese
Viele Naturgartenbesitzer wünschen sich eine üppig blühende Blumenwiese. Doch nach dem Aussäen der Blumenwiese folgt meist die Ernüchterung. Das Gras gedeiht prächtig, von den Blumen ist aber nicht viel zu sehen. Das liegt daran, dass Gräser die Blumen verdrängen. Damit dies nicht geschieht, sollten Sie bei einer Neuanlage immer zuerst die Blumen und wenn diese bereits als Jungpflänzchen stehen erst die Gräser aussäen.
Als Blumen eignen sich z.B. Gewöhnliche Schafgarbe, Kriechender Günsel, Gewöhnliche Grasnelke, Gänseblümchen, Wiesenglockenblume, Wiesenschaumkraut, Wiesenstorchschnabel, Orangefarbenes Habichtskraut, Wiesenmargerite, Echte Schlüsselblume, Wiesensalbei, Rote Lichtnelke und natürlich auch Zwiebelblumen, wie z.B. Schneeglöckchen, Blaustern, Krokus, Narzissen, Traubenhyazinthen und Herbstzeitlose.
Blumenwiese
Natürlicher Gartenbereich
Es muss nicht von Anfang an ein perfekter Naturgarten angelegt werden. Gerade für Gartenneulinge ist es wichtig erst die ökologischen Zusammenhänge zu begreifen. Bei bereits vorhandenem Garten genügt es erst einen Teilbereich umzuwandeln. Dort kann man dann gut beobachten, welche Pflanzen sich von selbst ansiedeln.
  • Kalk- und Ziegelschutt kann in einer Ecke gesammelt werden und mit etwas Erde zu einem Kalkhügel aufgeschüttet werden. Bald werden sich dann die ersten kalkliebenden Pflanzen von selbst einfinden.
  • Im Anschluss an eine Hecke oder Gehölzgruppe kann ein breiter Streifen für eine Blumenwiese belassen werden, auf der bald Wiesenmargeriten, Schafgarbe, Glockenblume, Wiesenstorchschnabel wachsen.
  • Damit zur restlichen Grasfläche eine Abgrenzung erfolgt, können Sie z.B. einige Baumstämme hinlegen. Diese können als zusätzliche Sitzfläche genutzt werden und bieten zudem Kleinstlebewesen Unterschlupf.
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